Triggern – Was bedeutet es und wie geht man damit um? – Teil1

Triggern – mehr als nur „genervt sein“
Wir alle reagieren manchmal stark auf bestimmte Situationen. Aber für manche Menschen können bestimmte Worte, Bilder oder Geräusche echte emotionale Flashbacks auslösen – sogenannte Trigger. Warum es wichtig ist, den Unterschied zu kennen, und wie man sensibel damit umgeht, erfährst du hier.
Triggern – was bedeutet das eigentlich?
Der Begriff „Trigger“ stammt ursprünglich aus der Traumapsychologie und bezeichnet einen Reiz (z. B. ein Geräusch, Geruch, ein Bild, eine bestimmte Situation oder ein Gefühl), der bei einer Person intensive Erinnerungen an ein früheres, traumatisches Erlebnis auslösen kann. Wenn dieser Reiz eine übermäßige emotionale oder körperliche Reaktion hervorruft — wie Angst, Panik, Flashbacks, Herzrasen oder das Gefühl, die traumatische Situation erneut zu erleben — spricht man davon, dass jemand „getriggert“ wird.
Warum ist der Begriff wichtig — und wird oft missverstanden
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In der Alltagssprache wird „getriggert sein“ häufig verwendet, wenn man einfach verärgert, irritiert oder genervt ist.
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Das Problem daran: Wenn jede negative Emotion oder Alltagsfrustration als „Trigger“ bezeichnet wird, verliert das Wort seine ursprüngliche Bedeutung — und das Risiko besteht, dass echte Traumata und die Bedürfnisse von Betroffenen verharmlost werden.
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Damit verbunden: Ein unsensibler oder inflationärer Gebrauch kann Empathie erschweren — gerade gegenüber Menschen, die wirklich traumatisch belastende Erfahrungen gemacht haben.
Beispiele: Was kann ein Trigger sein?
Trigger können sehr unterschiedlich und oft subjektiv sein. Beispiele:
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Sinnesreize wie Geräusche, Gerüche, visuelle Eindrücke oder Orte.
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Situationen oder Atmosphären, die Gefühle, Dynamiken oder Elemente enthalten, die dem ursprünglichen Trauma ähneln.
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Erinnerungen, Gedanken oder innere Zustände, die — bewusst oder unbewusst — mit dem traumatischen Erlebnis verbunden sind.
Wichtig: Was für eine Person ein Trigger ist, kann für eine andere völlig unproblematisch sein. Trigger sind individuell.
Umgang mit Triggern — sensibel, bewusst, respektvoll
Damit der Begriff „Trigger“ seine Bedeutung behält — und damit Betroffene ernstgenommen werden — kann folgender Umgang hilfreich sein:
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Bewusstsein & Reflexion: Sich bewusst machen, dass Reize real traumatische Erinnerungen auslösen können — nicht jede unangenehme Emotion ist ein „Trigger“.
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Empathie und Sensibilität: Menschen respektvoll behandeln, nicht vorschnell beurteilen oder abwerten, wenn sie sagen, sie seien getriggert; und nicht selbst „Trigger“ inflationär verwenden.
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Kontext beachten: Sprache und Medieninhalte bewusst reflektieren — z. B. durch Triggerwarnungen, wenn Themen potenziell belastend sind.
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Professionelle Hilfe & Selbstfürsorge: Für Menschen, deren Alltag durch Trigger belastet ist, können Therapien oder Unterstützung durch Fachpersonen sinnvoll sein — etwa um Verarbeitung, Stabilisierung und Bewältigung zu fördern.
Warum es sich lohnt, über Trigger und Sprache zu sprechen
Durch eine korrekte und respektvolle Verwendung des Begriffs kann dazu beigetragen werden, dass Menschen mit traumatischen Erfahrungen gehört und verstanden werden — statt ihre Bedürfnisse zu verharmlosen. Gleichzeitig schützt es vor einer Verwässerung psychologischer Fachbegriffe und fördert Bewusstsein und Achtsamkeit im Umgang miteinander.
Wenn wir „triggern“, dann sollten wir uns bewusst machen: Wir sprechen nicht von einfachem Ärger oder normalem Unwohlsein — sondern von Reaktionen, die tief in Vergangenheit und Gefühlen verwurzelt sind.
Sofortmaßnahmen bei Triggern – was du tun kannst
Mini-Checkliste:
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Tief durchatmen: kurz innehalten und bewusst atmen
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Situation benennen: erkennen, dass es ein Trigger ist
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Gedanken ordnen: z. B. kurz aufschreiben, was du fühlst
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Umgebung anpassen: falls möglich, kurz zurückziehen oder Pause machen
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Professionelle Hilfe: bei starken oder wiederkehrenden Reaktionen Unterstützung suchen
Passend zu diesem Thema habe ich ein kurzes Video gefunden, das anschaulich erklärt, was Trigger sind und wie man sensibel damit umgehen kann:
Wer Trigger versteht, kann besser reagieren
Wer Trigger versteht und sensibel damit umgeht, kann seine eigenen Emotionen besser steuern, belastende Situationen gelassener meistern und empathischer mit anderen umgehen. Achtsamkeit im Umgang mit Triggern schützt die psychische Gesundheit und stärkt das Miteinander.
Quelle:
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What is a trauma trigger – Definitionsartikel auf Englisch bei Wikipedia Wikipedia
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Artikel „Was sind PTSD‑Triggers?“ bei WebMD (juli 2025) WebMD
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Artikel „Triggerwarnungen: Psychologe erklärt, wann und inwiefern sie sinnvoll sind“ bei Der Spiegel (2019) Spiegel
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Informationsseite „Understanding Trauma Triggers“ der Walden University Walden University
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